VenaBlock®
Gerät & Technologie
Ein nicht-thermisches, nicht-tumeszentes endovenöses Verschlusssystem, das inkompetente Saphenenstämme mit medizinischem n-Butyl-2-Cyanoacrylat unter Duplex-Ultraschall-Führung versiegelt.
¹ Eroglu et al., Vascular 2018 · ² Linn, Yap et al., Phlebology 2021. Studienergebnisse; individuelle Verläufe können variieren.
Wirkmechanismus
VenaBlock® appliziert n-Butyl-2-Cyanoacrylat (NBCA) in das Lumen der inkompetenten Vene. Bei Kontakt mit Blut — einer schwachen Base — polymerisiert das Monomer rasch anionisch, verbindet die Venenwände und erzeugt eine sofortige mechanische Okklusion. Die Reaktion ist leicht exotherm, erzeugt jedoch nur einen geringen Temperaturanstieg, weit unterhalb der Schwelle, die mit thermischer Gewebeschädigung assoziiert ist.
Die Applikation erfolgt kontinuierlich: Das Klebemittel wird gleichmäßig abgegeben, während der Katheterschaft unter Ultraschallführung zurückgezogen wird und der Sonograph eine externe Kompression über dem behandelten Segment ausübt. Diese Technik zielt auf eine gleichmäßige Klebstoffverteilung und lückenlose Wandapposition entlang des gesamten Venenstamms ab.
In den folgenden Monaten unterliegt die okkludierte Vene einem fibrotischen Remodellierungsprozess, und der venöse Rückfluss wird über kompetente tiefe und oberflächliche Wege umgeleitet. Eine feste, palpable strangförmige Verhärtung entlang des behandelten Segments im frühen Verlauf ist ein erwarteter Befund.
Technische Spezifikationen
Konfigurationen können je nach Markt variieren; siehe die mit dem Gerät gelieferte Gebrauchsanweisung.
| Merkmal | Spezifikation |
|---|---|
| Klebemittel | n-Butyl-2-Cyanoacrylat (NBCA); rasche anionische Polymerisation bei Blutkontakt |
| Katheterarchitektur | Doppellumen — 0,5 mm ID Klebemittelapplikationslumen + 0,9 mm ID Hilfslumen (Führungslicht oder Zusatzgerät) |
| Katheterschaft | Geflechtsverstärkung mit PTFE-ausgekleidetem Innenraum, 4F–6F Außendurchmesser |
| Arbeitslänge | 100 cm, mit Tiefenmarkierungen alle 2 cm für kontrollierten Rückzug |
| Spitzenvisualisierung | Führungslicht-Option zur transkutanen Spitzenlokalisierung |
| Applikationsmodus | Kontinuierliche Klebemittelabgabe während des Rückzugs mit externer Schallkopfkompression |
| Anästhesie | Lokalanästhesie nur am Zugangspunkt; keine Tumeszenzanästhesie |
| Behandlungssetting | Ambulant / praxisbasiert, unter Duplex-Ultraschall-Führung |
Konstruktionsmerkmale
Technische Eigenschaften und ihre klinische Begründung.
Nicht-thermischer Mechanismus
Der Verschluss wird durch Cyanoacrylat-Polymerisation erzielt, nicht durch Wärme. Thermische Nervenschäden und Hautverbrennungen werden konstruktionsbedingt vermieden, nicht durch Schutzmaßnahmen.
Nicht-tumeszentes Protokoll
Lokalanästhesie nur am Zugangspunkt. Es ist keine Tumeszenzinfiltration entlang der behandelten Vene erforderlich, wodurch der injektionsintensivste Schritt der thermischen Ablation entfällt.
Kontinuierliche Applikation
Das Klebemittel wird während des kontrollierten Katheterrückzugs mit sofortiger externer Kompression kontinuierlich appliziert und zielt auf eine gleichmäßige, lückenlose Wandapposition ab.
Duplex-geführte Präzision
Der gesamte Eingriff wird unter Echtzeit-Duplex-Ultraschall durchgeführt. Eine Führungslicht-Spitzenoption unterstützt die transkutane Lokalisierung der Katheterspitze.
Ambulanter Arbeitsablauf
Praxisbasierter Eingriff mit Mobilisation am selben Tag. In der RIVIERA-Studie betrug die mittlere Zeit von Zugang bis Schleusenentzug 23,4 Minuten.
Keine obligatorische Kompression
In publizierten VenaBlock®-Studienprotokollen waren Kompressionsstrümpfe postoperativ nicht vorgeschrieben; die Anwendung liegt im Ermessen des Arztes.
Indikationen
- ✓Insuffizienz der Vena saphena magna (VSM)
- ✓Insuffizienz der Vena saphena parva (VSP)
- ✓Insuffizienz der vorderen akzessorischen Vena saphena (AASV)
- ✓Symptomatische Varizen, CEAP C2–C6, mit duplex-bestätigtem Stammvenenreflux >0,5 s
Kontraindikationen
- ✕Bekannte Überempfindlichkeit gegen Cyanoacrylat-Klebstoffe
- ✕Akute oberflächliche Thrombophlebitis in der Zielvene
- ✕Akute tiefe Venenthrombose in der zu behandelnden Extremität
- ✕Aktive Infektion an der geplanten Zugangsstelle
- ✕Sepsis oder schwere, unkontrollierte systemische Erkrankung (gemäß ärztlicher Beurteilung)
Publiziertes Sicherheitsprofil
In der 538-Patienten-VSM-Kohorte (Vascular, 2018) wurden nach 12 Monaten keine tiefe Venenthrombose, Lungenembolie, Parästhesie oder Hautpigmentierung beobachtet.
In der prospektiven RIVIERA-Studie (Phlebology, 2021) waren die berichteten unerwünschten Ereignisse Infektionen an der Punktionsstelle bei 17,2 % der Patienten (5/29; drei erforderten eine Drainage) und Phlebitis bei 7,7 % (3/29); die Autoren heben die Punktionsstellenpflege und eine längere Nachbeobachtung als Bereiche für weitere Untersuchungen hervor.
Für die Klasse der Cyanoacrylat-Verschlüsse insgesamt berichten gepoolte Leitliniendaten über Überempfindlichkeitsreaktionen auf Cyanoacrylat bei ca. 6–7 % der Patienten; ein Screening auf bekannte Cyanoacrylat-Allergie wird vor der Behandlung empfohlen (ESVS 2022).
Klinische Dokumentation & Schulung
Gebrauchsanweisung, Publikationsreprintе, Verfahrensleitfäden und praktische Schulungen sind über INVAMED und seine autorisierten Distributoren erhältlich.