← Zurück zum Blog

VenaBlock® vs. Sklerotherapie: Wenn der Klebeverschluss gewinnt

January 15, 2026

Zwei sehr unterschiedliche Ansätze

Bei der Sklerotherapie wird ein chemischer Wirkstoff (Flüssigkeit oder Schaum) direkt in eine Vene injiziert, was zu Endothelschäden, Thrombosen und schließlich Fibrose führt. VenaBlock® liefert einen Cyanacrylat-Klebstoff, der die Venenwand mechanisch abdichtet, ohne dass es zu einer chemischen Zerstörung des Endothels kommt.

Bei beiden handelt es sich um minimalinvasive, in der Praxis durchgeführte Verfahren – sie haben jedoch sehr unterschiedliche Indikationen, Wirksamkeitsprofile und Einschränkungen.

Wo sich die Sklerotherapie auszeichnet

Die Sklerotherapie bleibt die bevorzugte Behandlung für:

  • Oberflächliche Krampfadern mit kleinem Durchmesser (<3 mm)
  • Besenreiser und Teleangiektasien (Flüssigkeitssklerotherapie)
  • Verbleibende Nebenvenen nach Stammablation
  • Inkompetenz der Perforansvene (ultraschallgesteuerter Schaum)

Die Grenzen der Sklerotherapie bei Stammreflux

Bei der Anwendung auf Stammvenen mit großem Durchmesser (GSV, SSV) führt die Sklerotherapie – selbst in Schaumform – im Vergleich zur endovenösen Thermoablation oder VenaBlock® zu deutlich geringeren und weniger dauerhaften Verschlussraten. Der dynamische Blutfluss in den großen Stammvenen verdünnt das Sklerosierungsmittel schnell, bevor ein ausreichender Wandkontakt erreicht wird.

Veröffentlichte 5-Jahres-Daten zeigen GSV-Verschlussraten bei Schaumsklerotherapie von 40–60 % – weit unter den 91,1 % nach 5 Jahren, die für VenaBlock® gemeldet wurden.

Nebenwirkungsprofile

Die Sklerotherapie birgt spezifische Risiken, die VenaBlock® nicht birgt:

  • Sehstörungen und Migräne: Im Zusammenhang mit Schaumsklerotherapie, wahrscheinlich aufgrund einer Mikrobläschenembolisierung durch das offene Foramen ovale
  • Mattierung: Bildung neuer feiner Gefäßnetzwerke um injizierte Stellen herum
  • Hyperpigmentierung: Braune Verfärbung der Haut entlang der behandelten Venen, häufiger bei der Sklerotherapie größerer Venen
  • Kutane Nekrose: Wenn das Sklerosierungsmittel in das umliegende Gewebe austritt

Die komplementäre Beziehung

In der klinischen Praxis werden VenaBlock® und Sklerotherapie häufig zusammen eingesetzt: VenaBlock® entfernt den insuffizienten Stamm des Stammes und beseitigt so die Refluxquelle. Anschließend erfolgt eine ultraschallgesteuerte Schaumsklerotherapie zur Behandlung verbleibender Nebenflussvarizen. Dieser Kombinationsansatz maximiert die Wirksamkeit und minimiert gleichzeitig die Invasivität.