Zwei sehr unterschiedliche Ansätze
Bei der Sklerotherapie wird ein chemischer Wirkstoff (Flüssigkeit oder Schaum) direkt in eine Vene injiziert, was zu Endothelschäden, Thrombosen und schließlich Fibrose führt. VenaBlock® liefert einen Cyanacrylat-Klebstoff, der die Venenwand mechanisch abdichtet, ohne dass es zu einer chemischen Zerstörung des Endothels kommt.
Bei beiden handelt es sich um minimalinvasive, in der Praxis durchgeführte Verfahren – sie haben jedoch sehr unterschiedliche Indikationen, Wirksamkeitsprofile und Einschränkungen.
Wo sich die Sklerotherapie auszeichnet
Die Sklerotherapie bleibt die bevorzugte Behandlung für:
- Oberflächliche Krampfadern mit kleinem Durchmesser (<3 mm)
- Besenreiser und Teleangiektasien (Flüssigkeitssklerotherapie)
- Verbleibende Nebenvenen nach Stammablation
- Inkompetenz der Perforansvene (ultraschallgesteuerter Schaum)
Die Grenzen der Sklerotherapie bei Stammreflux
Bei der Anwendung auf Stammvenen mit großem Durchmesser (GSV, SSV) führt die Sklerotherapie – selbst in Schaumform – im Vergleich zur endovenösen Thermoablation oder VenaBlock® zu deutlich geringeren und weniger dauerhaften Verschlussraten. Der dynamische Blutfluss in den großen Stammvenen verdünnt das Sklerosierungsmittel schnell, bevor ein ausreichender Wandkontakt erreicht wird.
Veröffentlichte 5-Jahres-Daten zeigen GSV-Verschlussraten bei Schaumsklerotherapie von 40–60 % – weit unter den 91,1 % nach 5 Jahren, die für VenaBlock® gemeldet wurden.
Nebenwirkungsprofile
Die Sklerotherapie birgt spezifische Risiken, die VenaBlock® nicht birgt:
- Sehstörungen und Migräne: Im Zusammenhang mit Schaumsklerotherapie, wahrscheinlich aufgrund einer Mikrobläschenembolisierung durch das offene Foramen ovale
- Mattierung: Bildung neuer feiner Gefäßnetzwerke um injizierte Stellen herum
- Hyperpigmentierung: Braune Verfärbung der Haut entlang der behandelten Venen, häufiger bei der Sklerotherapie größerer Venen
- Kutane Nekrose: Wenn das Sklerosierungsmittel in das umliegende Gewebe austritt
Die komplementäre Beziehung
In der klinischen Praxis werden VenaBlock® und Sklerotherapie häufig zusammen eingesetzt: VenaBlock® entfernt den insuffizienten Stamm des Stammes und beseitigt so die Refluxquelle. Anschließend erfolgt eine ultraschallgesteuerte Schaumsklerotherapie zur Behandlung verbleibender Nebenflussvarizen. Dieser Kombinationsansatz maximiert die Wirksamkeit und minimiert gleichzeitig die Invasivität.