Überblick: Zwei führende Ansätze zum Venenverschluss
Die endovenöse Laserablation (EVLA) ist seit über zwei Jahrzehnten der Goldstandard für die Behandlung von Krampfadern. VenaBlock®, ein nicht-thermisches Cyanacrylat-Verschlusssystem, bietet eine überzeugende Alternative. In diesem Artikel werden beide Methoden anhand der Kennzahlen verglichen, die für Ärzte und Patienten am wichtigsten sind.
Wirkmechanismus
EVLA verwendet Laserenergie (typischerweise 1470 nm Wellenlänge), die durch eine Faser im Inneren der Vene abgegeben wird und dabei Wärme erzeugt, die die Venenwand schädigt und einen fibrotischen Verschluss verursacht. Das Verfahren erfordert eine Tumeszenzanästhesie – mehrere perivenöse Injektionen entlang der gesamten Venenlänge –, um das umliegende Gewebe vor thermischen Schäden zu schützen.
VenaBlock® verwendet einen Cyanacrylat-Klebstoff in medizinischer Qualität, der über einen Katheter zugeführt wird und die Vene mechanisch abdichtet, ohne dass dabei Wärme entsteht. Es sind lediglich eine einzige Nadelpunktion und eine örtliche Anästhesiesinjektion an der Zugangsstelle erforderlich.
Wirksamkeitsvergleich
Eine zweijährige Folgestudie aus dem Jahr 2021, in der VenaBlock® mit der 1470-nm-Laserablation verglichen wurde, ergab vergleichbare langfristige Ergebnisse für das Fortschreiten der Krankheit (44,2 % gegenüber 34,8 %), obwohl VenaBlock® nach zwei Jahren höhere Rekanalisationsraten aufwies (37,2 % gegenüber 8,7 %). Neuere Daten mit optimierter Technik zeigen jedoch deutlich verbesserte Verschlussraten für VenaBlock®, mit 6-Monats-Raten von 97,5 % und 12-Monats-Raten von 93,75 % in Registerstudien.
Sicherheitsprofil
Patientenkomfort
Für EVLA sind bis zu 50–80 ml Tumeszenzanästhetikum erforderlich, das entlang der Vene injiziert wird – ein Vorgang, den viele Patienten als unangenehm empfinden. VenaBlock® erfordert nur eine Injektion. In Vergleichsstudien sind die Schmerzwerte nach dem Eingriff bei Cyanacrylat-Verschlüssen durchweg niedriger.
Erholungszeit
Beide Eingriffe sind ambulant. Mit VenaBlock® gehen die meisten Patienten innerhalb von 30 Minuten aus dem Krankenhaus und kehren noch am selben Tag zu ihren normalen Aktivitäten zurück. EVLA-Patienten benötigen typischerweise 24–48 Stunden eingeschränkte Aktivität und die obligatorische Verwendung von Kompressionsstrümpfen für 1–2 Wochen.
Abschluss
Für Patienten, die Wert auf minimale Beschwerden, eine schnellere Genesung und kein thermisches Risiko legen, ist VenaBlock® eine gute Wahl. EVLA bleibt hochwirksam, insbesondere bei Venen mit sehr großem Durchmesser. Die ideale Wahl hängt von der individuellen Anatomie des Patienten, seinen Vorlieben und der Erfahrung des Arztes ab.