Was ist eine chronische Veneninsuffizienz?
Chronische Veneninsuffizienz (CVI) ist eine pathologische Erkrankung, bei der die Venen der unteren Extremitäten das Blut nicht ausreichend zum Herzen zurückführen. Das Ergebnis ist eine anhaltende venöse Hypertonie – ein erhöhter Blutdruck im Venensystem des Beins – der nach und nach die Venenwände, Klappen und das umliegende Gewebe schädigt.
Normale venöse Anatomie und Funktion
Unter normalen Bedingungen kehrt das Blut über ein Netzwerk oberflächlicher und tiefer Venen von den Beinen zum Herzen zurück. Einwegventile in diesen Venen verhindern einen Rückfluss (Reflux) im Stehen und Gehen. Wenn die Wadenmuskelpumpe beim Gehen aktiviert wird, drückt sie tiefe Venen zusammen und treibt das Blut entgegen der Schwerkraft nach oben.
Die Pathophysiologie des Reflux
Wenn Venenklappen versagen – aufgrund genetischer Veranlagung, Alterung, hormoneller Veränderungen oder früherer Thrombosen – fließt das Blut beim Stehen und Gehen zurück. Dieser venöse Rückfluss erzeugt einen anhaltend hohen Druck im oberflächlichen Venensystem. Die V. saphena magna (GSV) ist das am häufigsten betroffene Gefäß, gefolgt von der V. saphena parva (SSV).
Krankheitsverlauf: CEAP C1 bis C6
- C1: Besenreiser und Teleangiektasien
- C2: Krampfadern ≥3 mm Durchmesser
- C3: Ödem ohne Hautveränderungen
- C4a: Pigmentierung und Ekzeme
- C4b: Lipodermatosklerose
- C5: Abgeheiltes Venengeschwür
- C6: Aktives venöses Geschwür
Warum es wichtig ist, die Quelle zu behandeln
Oberflächenbehandlungen (Sklerotherapie, Phlebektomie) behandeln Krampfadern, lassen aber die zugrunde liegende Refluxquelle unbehandelt. Ohne Ablation des insuffizienten Vena saphena magna-Stamm sind die Rezidivraten hoch. VenaBlock® zielt auf die Quelle – das Schließen des insuffizienten GSV oder SSV – ab, um den Druck zu beseitigen, der die Bildung und das Fortschreiten von Krampfadern antreibt.
Die Rolle des endovenösen Verschlusses beim CVI-Management
Moderne Leitlinien des European Venous Forum und der Society for Vascular Surgery empfehlen die endovenöse Ablation als Erstbehandlung bei symptomatischer GSV- und SSV-Inkompetenz. VenaBlock® ermöglicht diese Ablation ohne thermische Energie und macht sie so einer breiteren Patientengruppe mit geringeren Verfahrensrisiken zugänglich.